Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist für selbstständige, angestellte oder verbeamtete Anwälte gleichermaßen sinnvoll.
Angestellte Anwälte
Angestellte Anwälte haben im Fall einer Erwerbsunfähigkeit Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente. Für den Erhalt sind aber einerseits bestimmte Voraussetzungen notwendig, andererseits ist die Erwerbsminderungsrente nicht ausreichend.
Selbstständige Anwälte
Selbstständige Anwälte sind verpflichtet, sich in den berufsständischen Versorgungswerk zu versichern. Dieses leistet aber nur, wenn eine 100-prozentige Berufsunfähigkeit vorliegt; in der Regel müssen Anwälte dann auch ihre Zulassung zurückgeben.
Verbeamtete Juristen und Richter
Verbeamtete Juristen und Richter haben bei einer Berufsunfähigkeit Anspruch auf ein Ruhegehalt über ihren Dienstherrn. Voraussetzung ist allerdings eine Dienstzeit von mindestens fünf Jahren. Zu Beginn ist die Höhe mit gut einem Drittel der Bezüge jedoch nicht ausreichend, um den Wegfall des Gehalts auszugleichen.
Junge Juristen
Gerade junge Juristen erhalten, falls der Anspruch überhaupt besteht, eine viel zu geringe Rente.
Anwälte erhalten überdurchschnittlich hohe Gehälter und sind gleichzeitig im Job hohen Belastungen ausgesetzt. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung schließt die Versorgungslücke, die entsteht, wenn die Absicherung durch das Versorgungswerk, die Erwerbsminderungsrente oder das Ruhegehalt unzureichend ist. Die Versicherung lohnt sich daher für Richter, Notare, Rechtsanwälte, Jura-Studenten und Referendare.
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Die Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung für Anwälte unterscheiden sich nicht von den Leistungen für andere angestellte Personen. Grundsätzlich können Juristen aber von verschiedenen Vorteilen profitieren:
Bei dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sind für Juristen im Versicherungsvertrag je nach individuellen Gegebenheiten bestimmte Klauseln von Bedeutung:
Dienstunfähigkeitsklausel
Damit der Versicherer die Dienstunfähigkeit genauso wie eine Berufsunfähigkeit behandelt, sollte der Versicherungstarif von juristischen Beamten eine echte Dienstunfähigkeitsklausel beinhalten. Idealerweise sind auch Entlassungen und die Versetzung in den Ruhestand berücksichtigt.
Umorganisationsklausel
Auf Grundlage der Umorganisationsklausel kann der Versicherer verlangen, dass der Versicherte durch die Umorganisation seines Unternehmens seine berufliche Tätigkeit weiterhin ausführt. Aus diesem Grund sollten selbstständige Rechtsanwälte auf den Verzicht einer solchen Klausel in den Versicherungsbedingungen achten.
Nachversicherungsgarantie
Durch die Nachversicherungsgarantie kann der Versicherte die Rentensumme ohne erneute Gesundheitsfragen im Nachgang steigern.
Dynamische Rentensteigerung
Um der Inflation entgegenzuwirken, empfiehlt sich die Vereinbarung einer dynamischen Rentensteigerung. Hierbei kann die versicherte Person die Berufsunfähigkeitsrente jährlich schrittweise erhöhen.
Abstrakte/konkrete Verweisung
Vor allem angestellte Rechtsanwälte sollten darauf achten, dass die abstrakte Verweisung in dem Versicherungsvertrag ausgeschlossen ist. Anderenfalls kann der Versicherer den Versicherten auf eine andere Tätigkeit verweisen
Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente für einen Anwalt hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich des individuellen Einkommens, der finanziellen Verpflichtungen und des gewünschten Lebensstandards im Falle einer Berufsunfähigkeit. Wir empfehlen, eine BU-Rente von etwa 75 bis 80 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens abzudecken, um den gewohnten Lebensstandard auch im Falle einer Berufsunfähigkeit aufrechterhalten zu können. Wir unterstützen Sie gerne bei einer individuellen Bedarfsanalyse und der anschließenden Bestimmung der richtigen Höhe. Dabei berücksichtigen wir andere Einkommensquellen und finanzielle Verpflichtungen.
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Anwälte fallen in die niedrigste Risikogruppe. Sie zahlen aus diesem Grund oft niedrigere Beiträge für ihre Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich zu Personen aus anderen Berufsgruppen. Die genaue Höhe der BU-Prämie ist individuell und hängt von unterschiedlichen Faktoren ab:
Kostenbeispiel
Für 2.500 Euro BU-Rente bis zum 67. Lebensjahr mit einer zweiprozentigen Rentensteigerung im Leistungsfall kommen je nach Anbieter ca. 80 bis 100 Euro als monatlicher Beitrag auf den Versicherten zu.
Wichtiger Hinweis: Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung schon in jungen Jahren abschließt, profitiert von günstigen Beiträgen. Deshalb empfiehlt es sich, diese Absicherung schon im Studium in Betracht zu ziehen. Mit dem Berufseinstieg können Studenten ihre Berufsunfähigkeitsversicherung unkompliziert umwandeln.
Bei der Wahl einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Anwälte auf einige Punkte achten, unter anderem auf:
Die Berufsunfähigkeitsversicherung für Anwälte und andere Juristen erfordert eine individuelle und ganzheitliche Herangehensweise. Aufgrund der vielfältigen Tätigkeiten und Spezialisierungen innerhalb des juristischen Bereichs sowie der individuellen finanziellen Situationen der einzelnen Anwälte sind pauschale Tests nicht immer aussagekräftig. Grundsätzlich können wir folgende Anbieter empfehlen: HDI, Alte Leipziger, Continentale. Eine eingehende Beratung ist erforderlich, um die passende Versicherungslösung zu finden
Dennis Jörißen, Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen
Eine private Unfallversicherung bietet finanzielle Absicherung im Falle von Unfällen. Im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung deckt sie jedoch nur Unfallursachen ab und nicht andere Gründe für eine Berufsunfähigkeit wie Krankheiten.
Die private Krankentagegeldversicherung leistet im Falle einer Krankheit ein tägliches Krankentagegeld. Sie ist jedoch begrenzt auf eine bestimmte Zeitdauer.
Ähnlich wie die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet die Erwerbsunfähigkeitsversicherung Schutz, wenn eine Person aufgrund von Krankheit oder Unfall dauerhaft nicht mehr in der Lage ist, ihren Beruf auszuüben. Allerdings unterscheidet sie sich von der Berufsunfähigkeitsversicherung dadurch, dass sie nicht den spezifischen Beruf, sondern die allgemeine Erwerbstätigkeit als Maßstab nimmt. Daher ist sie oft weniger teuer, bietet aber auch einen geringeren Schutz.
Die Dread-Disease-Versicherung zahlt eine einmalige Summe aus, wenn der Versicherte an einer schweren Krankheit wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall erkrankt. Sie bietet jedoch keine fortlaufende Zahlung wie die Berufsunfähigkeitsversicherung und deckt nur bestimmte schwere Krankheiten ab.
Anwälte können auch durch den Aufbau einer selbstständigen Altersvorsorge den Fall einer Berufsunfähigkeit finanziell absichern. Dazu gehören beispielsweise private Rentenversicherungen, Investmentfonds oder Kapitalanlageimmobilien.
Eine Grundfähigkeitsversicherung deckt genau wie eine BU eine monatliche Rentenzahlung im Falle des Verlustes einer definierten Grundfähigkeit wie das Sehen, Hören und Gehen ab. Insbesondere bei psychischen Vorerkrankungen kann die Grundfähigkeitsversicherung eine sinnvolle Alternative zur BU sein.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung für Anwälte unterscheidet sich kaum von der BU für andere Berufsgruppen. Allerdings bieten einige Anbieter besonders attraktive Tarife für Juristen an.
Anwälte sollten die Berufsunfähigkeitsversicherung so früh wie möglich abschließen, um von günstigen Beiträgen zu profitieren.
Zusätzlich zur Berufsunfähigkeitsversicherung und Berufshaftpflichtversicherung könnten Anwälte von einer Cyber-Versicherung profitieren sowie von einer Betriebshaftpflichtversicherung oder einer Rechtsschutzversicherung.
Juristische Berufe sind vielfältig. Vor Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie sich ausreichend informieren und auf die für Sie zutreffenden individuellen Bedingungen achten. Allgemeine Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Gerne stehen Ihnen unsere Experten auch für ein unverbindliches Beratungsgespräch zur Verfügung.
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