Durch eine Grundfähigkeitsversicherung können Versicherte bestimmte körperliche oder geistige Fähigkeiten absichern. Das bedeutet, dass sie den Verlust von bestimmten definierten Grundfähigkeiten wie Gehen, Treppensteigen, Stehen, Sehen, Sprechen oder Autofahren durch eine monatliche Rate an den Versicherer auffangen.
Im Jahr 2000 wurde die Grundfähigkeitsversicherung das erste Mal auf dem deutschen Markt angeboten. Seitdem stellt sie eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung, Pflegeversicherung oder Schwere-Krankheiten-Versicherung dar.
Welche Fähigkeiten im Versicherungsschutz enthalten sind, unterscheidet sich von Vertrag zu Vertrag. Diese listen Anbieter in einem Fähigkeitenkatalog in den Versicherungsbedingungen auf.
Der Katalog der versicherten Fähigkeiten wächst stetig. Zu den abgesicherten Basisfähigkeiten zählen:
Zudem können Sie weitere Kompetenzen absichern, etwa aus dem Bereich Mobilität, zum Beispiel:
Auch im kognitiven Bereich können Versicherte mit der Grundfähigkeitsversicherung einiges absichern, etwa das Schreiben oder das Führen einer Unterhaltung. Zudem lassen sich in einigen, aber nicht allen, Tarifen auch psychische Erkrankungen über Zusatzbausteine mitversichern.
Passgenau und individuell von unseren mehrfach ausgezeichneten Experten erstellt:
Das Fundament einer optimalen Grundfähigkeitsversicherung sollte der Schutz der Basisfähigkeiten sein. Versicherte können weitere Bausteine in der Regel einzeln absichern. Wir empfehlen, den Fokus auf Bausteine zu legen, die die Arbeitskraft absichern. Für einen Handwerker ist beispielsweise der Gebrauch der Hände obligatorisch. Vertriebler sind auf das Autofahren angewiesen, um Kunden zu erreichen. In unserer Beratung schauen wir uns folgende Fragen an, um den für Sie passenden Schutz zu finden:
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Die Kosten der Grundfähigkeitsversicherung hängen von vielen Faktoren ab und sind je nach Einzelfall unterschiedlich.
Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt, wenn Versicherte eine bestimmte Fähigkeit vollständig verlieren. Versicherer definieren dafür bestimmte Leistungsfälle in ihren Versicherungsbedingungen. Wenn die Einschränkung des Versicherten diesen Beschreibungen entspricht, erhält er eine Rente.
Es gibt auch Versicherer, die erst leisten, wenn Versicherte mehrere Grundfähigkeiten verloren haben. Dazu teilen sie die Fähigkeiten häufig in zwei Gruppen ein.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass die meisten Versicherer vor der Auszahlung der Rente voraussetzen, dass die betroffenen Fähigkeiten voraussichtlich mindestens sechs bis zwölf Monate ausfallen. Je kürzer dieser sogenannte Prognosezeitraum ausfällt, desto wahrscheinlicher ist eine Rentenauszahlung. Es empfiehlt sich, den Vertrag vorab genau zu prüfen. Wir unterstützen Sie gerne dabei.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bietet in der Regel besseren Schutz als die Grundfähigkeitsversicherung. Sie leistet, wenn Versicherte aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Die Grundfähigkeitsversicherung setzt im Gegensatz dazu voraus, dass bestimmte körperliche oder psychische Fähigkeiten wegfallen.
Das bedeutet: Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert die Arbeitskraft ab, die Grundfähigkeitsversicherung hingegen nur bestimmte Fähigkeiten.
Allerdings gibt es bei der Berufsunfähigkeitsversicherung auch Nachteile: Sie ist einigen Berufen verhältnismäßig teuer und viele Personen können wegen ihres Gesundheitszustandes – insbesondere bei psychischen Vorerkrankungen – den Schutz durch die BU nur mit Ausschluss bekommen oder Versicherer lehnen sie gar ab.
Auch wenn die Grundfähigkeitsversicherung kein Ersatz für die BU darstellt, eignet sie sich jedoch für die Personen, die keine oder nur eine unvollständige BU erhalten.
Sie sollten vorab genau prüfen, welche Grundfähigkeiten der Versicherer abdeckt. Dazu sollten Sie ein Hauptaugenmerk darauflegen, wie viele Fähigkeiten der Versicherer abdeckt und wie genau der Verlust dieser im Vertrag definiert ist. Von Versicherungsunternehmen zu Versicherungsunternehmen gibt es hier erhebliche Unterschiede.
Wählen Sie eine Rentenhöhe, mit der Sie im Schadensfall Ihren Lebensstandard und Ihre Altersvorsorge weiterhin finanzieren können. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht dafür in der Regel nicht aus. Die Faustformel für die Versicherungssumme: drei Viertel Ihres Nettoeinkommens.
Sie sollten sich vor Abschluss darüber Gedanken machen, welche Fähigkeiten für die Ausübung ihres Berufes besonders wichtig sind. Zusatzbausteine können die Versicherung teurer machen. Ein Versicherungsmakler kann Sie dabei unterstützen, die Versicherer zu vergleichen.
In der Regel müssen Sie genauso wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung bei einer Grundfähigkeitsversicherung Gesundheitsfragen beantworten. Bleiben Sie hier unbedingt bei der Wahrheit, sonst kann die Versicherung später die Zahlung verweigern. Hier lesen Sie mehr zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen.
Unsere Experten unterstützen Sie dabei, die Bedingungen genau zu prüfen und offene Fragen zu klären: Wie genau definiert der jeweilige Versicherer den Gebrauch der Arme? Wann kann ein Versicherte nicht mehr Treppensteigen?
Längst nicht alle Fähigkeiten sind über die Grundfähigkeitsversicherung abgedeckt. Wenn beispielsweise ein Bandscheibenschaden zur Berufsunfähigkeit führt, bedeutet das nicht, dass auch die Fähigkeiten verloren gegangen sind, die für die Grundfähigkeitsversicherung eine Bedingung zur Auszahlung darstellen.
Lassen Sie sich vor Abschluss einer Grundfähigkeitsversicherung von unserem Experten beraten, um die für Sie besten Bedingungen zu erhalten.
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